Torlos gegen Tabellenführer

Gegen Berge heißt es am Ende 0:0. Lange Überzahl nicht genutzt

Am Freitagabend empfing Rulles Erste den TuS Berge zum ersten Heimspiel der Saison 2026/27. Mit einer couragierten Leistung trotzte man dem Spitzenreiter dabei ein 0:0 ab. Trotzdem gab es nach Spielende ein paar Ruller Gesichter, die die Frage aufwarfen, ob hier nicht sogar mehr drin gewesen wäre. Doch fangen wir vorne an. Rulle begann wieder mit Louis Frye auf der rechten Seite. Für ihn musste Noah Maghrebi weichen, die sonstigen zehn waren dieselben wie zuletzt gegen Gesmold.

Schon mit Spielbeginn merkte man der Eintracht an, dass sie an diesem Abend etwas Zählbares einfahren wollten. Die Energie stimmte. Das legte sich nach zehn Minuten und die Gäste übernahmen etwas mehr Spielkontrolle, ohne jedoch gefährlich zu werden. Den ersten Abschluss für die Grün-Weißen hatte Tiago Lopez, doch er verzog deutlich. Auf der Gegenseite probierte es Toptorjäger Patrick Middendorf, sein Schuss ging aber ebenfalls deutlich drüber. Es war ein ausgeglichenes Spiel. Ungenauigkeiten auf beiden Seiten trugen allerdings nicht zu einem mitreißenden Spiel bei. Rulle verlagerte sich aufs Kontern – und war nach gut einer halben Stunde beinahe erfolgreich, doch einen Steckpass von Kord Langemeyer konnte Yamino Böhme nicht einwandfrei verarbeiten, sodass er es nicht mehr schaffte, Gästetorwart Felix Lindwehr zu umkurven. In der 35. Minute hieß es dann auf Ruller Seite einmal kurz aufatmen. Lennart Meyer bestrafte beinahe einen Ruller Ballverlust, sein Schuss verfehlte das Tor von Leon Siebrands aber um Haaresbreite. Ansonsten stand die Ruller Abwehr überaus stabil. Mit dem Unentschieden ging es in die Pause.

Frühe rote Karte bleibt ungenutzt

In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte sah es zunächst so aus, als könnte die Eintracht das Spiel komplett auf ihre Seite ziehen. Die dickste Chance des Spiels gab es direkt nach Wiederanpfiff. Zunächst kratzte Torwart Lindwehr einen Schuss von Nick Claushallmann aus dem Eck, der Abpraller fiel Lopez vor die Füße, dessen missglückter Schuss zur Volage für Sören Ludwig wurde. Der kam an den unfreiwilligen Querpass aber nicht mehr heran. In der 53. Minute war Kord Langemeyer einen Schritt schneller als Gegenspieler Mathis Puchbauer, der den 20-Jährigen dann mit einem Griff ans Trikot zu Fall brachte – letzter Mann, rote Karte. Der fällige Freistoß landete in den Armen von Lindwehr. Wer dachte, jetzt geht es nur noch in eine Richtung, der irrte. Denn zunächst waren es die Gäste, die besser mit der veränderten Spieleranzahl zurechtkamen. Rulle war in den folgenden 15 Minuten zu passiv. Berge kontrollierte mehr oder minder einfach das Geschehen. Große Torchancen sprangen nicht dabei heraus, doch bei den Werten Zweikämpfe, zweite Bälle, Ballbesitz in der gegnerischen Hälfte hatte Berge hier sicherlich die Nase vorn.

Erst ab der 70. Minute etwa kämpfte sich Rulle mehr und mehr ins Spiel. Immer wieder stellten die schnellen Böhme und Langemeyer den Gegner vor Probleme. Auch Claushallmann nahm das Spiel mehr und mehr in die Hand. Wenn es in Richtung 16er ging, wurde es aber insgesamt zu kompliziert oder der letzte Ball kam nicht an. Eine flache Hereingabe ließ der eingewechselte Robin Schüttpelz eigentlich mustergültig durch, im Rücken fehlte jedoch ein Mitspieler. Kord Langemeyer schoss einmal drüber, Sören Ludwig traf nur das Außennetz. Auf der Gegenseite hatten Middendorf per Schuss aus 40 Metern und Mattheo Behre die besten Gelegenheiten. Beide versuche gingen knapp und damit zum Glück aus Ruller Sicht am Tor vorbei. So endete das Flutlichtspiel mit einem unterm Strich gerechten Unentschieden. 40 Minuten mit einem Mann mehr: Vielleicht wäre mehr drin gewesen. Dennoch hat Rulle selbst kaum bis keine Großchancen zugelassen. Eine gute Basis und ein Zähler, den man gegen eine starke Mannschaft dann auch mal mitnimmt. In der kommenden Woche kommt mit dem TSV Venne dann das nächste Spitzenteam in den Stavermann Sportpark. Anstoß ist am Sonntag, 30. August 2026, um 15 Uhr.

Aufstellung: Siebrands – Frye, Miletic, Schulte, Eichmeyer – Böhme (88. Espel), Claushallmann, Ke. Langemeyer, Ludwig – Ko. Langemeyer, Lopez (64. Schüttpelz)